Gepfeffert, aber richtig!

Gestatten? Wir laden Sie ein ins achte Türchen von Heide Liebmanns Adventskalender und möchten anlässlich Ihrer Blogparade, die „Würze ins Marketing“ bringen soll, ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern – heißt auf Neudeutsch: ein Best-Practice-Beispiel beschreiben – eine kleine Social Media Marketing Aktion auf der Microblogging Plattform „Twitter“.

Eine mit frischem, gemahlenem Pfeffer abgeschmeckte Speise ist eine feine Sache, aber wenn mal ein ganzes Pfefferkorn dazwischen gerät und mit einem frechen Knacken zwischen den Zähnen für eine Geschmackssensation sorgt, ist das etwas Besonderes.

So ähnlich ging es uns beim Kurznachrichtendienst „Twitter“ auf dem sich unser Verlag für Sprachlern-Medien seit einigen Monaten „herumtreibt“ ­­, auf der Suche nach Inspiration, Information, Kundenfeedback und Vernetzung in vielfacher Hinsicht.

Vorab: „We ♥ Twitter!“ das war eigentlich recht schnell klar
Diese Art von „Schwarmintelligenz“ oder auch „Schwarmemotionalität“ (;-)) – so direkt und ungefiltert, fundiert oder auch einfach nur gefühlt – da haben wir schnell vieles wiedergefunden, was sich auch in unseren Produkten widerspiegelt.

Gemeinsames und hauptsächliches Credo im Internet ist ja (vorwiegend) die Kommunikation über das Bild und die Schriftsprache – im Besonderen bei Twitter die Kommunikation mit 140 Zeichen. Durch diese Beschränkung auf die vorgegebene Zeichenanzahl entstehen neue Kommunikationsstrukturen, interessante Fluchtwege. Sprache als Stammform verändert sich, bricht aus, wird kreativ und manchmal geht es dabei sogar ein wenig rückwärtsgewandt zu. Back to the roots, das ist cool!

Das Pfefferkorn: da wars! Hoppla, da twittert jemand in Mundart: „Womma bonwan unzun owabrenad dadadidi eiön, owa heidis ezfrisch drum bleimahoid dahoim, dahomma eaa gaude, mansdneda.“ Okay, ich hab nix verstanden… Sie etwa? Egal. Da steckt Musik drin! Und Witz und Authentizität und Originalität.

Das ist wunderbar und baut eine Brücke zu unseren letzten Produktionen „Schwyzerdütsch“ und „Wienerisch“ mit den Protagonisten Emil Steinberger und Josef Hader, die uns damit schon entführt haben auf ganz skurrile Sprachebenen. Schon ist die Idee geboren: Ein Wettbewerb muss her, wer twittert den schönsten Mundart-Tweet? … Das sammeln wir in einem großen Netz …
Ein Name dafür war schnell gefunden: #localtweets ergab sich fast wie von selbst und dann gings auch bald los mit dem Schneeball-System.  Fränkisch, Berlinerisch, Kohlenpott oder Bayerisch in allen Varietäten, nichts blieb unausgesprochen. Es gab #localtweets-Solisten, aber auch die #localtweets-Mafia, die direkt im Dauer-Stream mundartete. Bei manchen wünschte man sich wirklich eine Sprachausgabe hinzu, denn allein schon das Lesen war oft ebenso köstlich, wie rätselhaft ;-)) Vielleicht eine Idee für die nächste Aktion …

Tweet_Mine_Gute_Monschmol nennt er misch

Nord und Süd
Ganz eifrig und kommunikativ ohne Ende waren die Twitterer um den Weißwurstäquator herum. Offensichtlich gehört dort noch die Mundart (ohne Ressentiments) zum guten Ton – glücklicherweise!  Zwar war mit dem Preis für den #localtweets-Sieger eine attraktive Prämie ausgeschrieben: ein Essen für zwei Personen in einem Traditionslokal in dem die betreffende Mundart gesprochen wird … aber die eigentliche Motivation für die große Beteiligung am Wettbewerb war sicherlich durch die pure Lust am kreativen Wortspiel gegeben.
Mehr als 200 Einsendungen gingen innerhalb der drei Monate ein, die der Wettbewerb andauerte und haben sowohl den Mundartdichtern als auch der Twitter Community einen Riesenspaß bereitet.
Abgestimmt wurde dann auf unserer Website ebenfalls duch die besagte Community – quasi per Twolksabstimmung. Der Gewinner kam dann aus Nürnberg und hat mit seinem „Braadwerscht-Tweet“ den Vogel abgeschossen. (Vermutlich war Pfeffer mit im Spiel ;-))

Was uns freut
Durch den Dialog mit den Dialekten haben wir im Netz viele Freunde gewonnen und sicher auch viel Sympathie für unseren Verlag und den Umgang mit lebendiger Sprache. Einiges wird einfließen in nächste Produktionen, Kooperationen mit anderen kreativen Twitterern bahnen sich an, Lesungen etc. … rundherum eine wertvolles Experiment.

Sprache ist unsere Leidenschaft
Pfeffer: das ist „piper nigrum“ ein Standard-Gewürz – aber da gibt es noch grünen Pfeffer, weißen Pfeffer, schwarzen Pfeffer, roten Pfeffer und sogar rosa Pfeffer. Die Engländer bezeichnen mit „green or red pepper“ grüne oder rote Paprika. Und auch in der Schweiz werden Peperoni und Paprika genau umgekehrt benannt. „Git’s Peperoni?“  heißt: „Gibt es Paprika?“ Antwort: „Nei, nur Paprika!“ = „Nein, nur Peperoni!“ Nichts ist so, wie es ist, und doch wieder so wie es ist.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Erfolg beim Aufspüren der Pfefferkörner und in diesen weihnachtlichen Zeiten auch gerne den einen oder anderen Pfefferkuchen 😉

Ihr BRANDECKER MEDIA VERLAG
Eva Brandecker

Infos über den Wettbewerb

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