Gesucht – gefunden: Magentratzerl alias Mongdrazal

THE GROOVES Rätsel + + + Auflösung
Die Schreibweisen waren durchaus phantasievoll, aber richtig getippt haben fast alle, die mitgerätselt haben. I muaß scho sogn: Sakrisch guad!

Wos deafsn sei, wos hättma denn gean?
A Läwakassemme, bittschen, mid fui siassn Sempft.
Is des heid as Middogessn?
Na, na, des is grod a Mongdrazal. S’Middogessn koch i heid säiwa.

… so gesagt und sogleich verspeist vom Münchner Schauspieler Udo Wachtveitl und seinem Counterpart René Dumont, die hier eine typische Szene auf dem Viktualienmarkt inszenieren.
Das Mongdrazal ist in dem Fall ein Brötchen mit Leberkäse – schnell mal zwischendurch vertilgt – für den kleinen Hunger. So wie es den Appetit stillt, kann das Mongdrazal ihn aber auch anregen. Genau wie seine große vornehme Schwester, das Amuse Gueule, das stilvoll die Kehle amüsiert. Unser bayerisches Appetithäppchen macht da nicht soviel Getue, es lockt und neckt den Magen und kommt direkt zur Sache. („Mong“ = Magen, „drazn“ = locken, necken, reizen, ärgern)

Ein simpler Vorgang, für dessen Erforschung der Wissenschaftler Iwan Petrowitsch Pawlow 1904 den Nobelpreis erhielt. Der nach ihm benannte Pawlow’sche Reflex beschreibt, wie alleine der Anblick einer Speise den Speichelfluß, ergo die Verdauungssäfte anregt. In weiteren Experimenten stellte er fest, dass schon ein mit der Nahrungsaufnahme assoziiertes Geräusch dieselbe Wirkung hervorruft. Das können Sie gerne einmal mit nachfolgendem Tondokument ausprobieren:

Wie war die Wirkung? Braucht es noch ein wenig visuelle Unterstützung und Speisekartenpoesie? Nun, wie wäre es mit etwas Obatzda, Mini-Brezn, Käsepflanzerl auf Paprika-Kürbis-Gemüse, Radi an Petersilienpesto, Blunzn-Tascherl, Reiberdatschi oder gebackenen Schwammerl mit Salsa Soßerl? Wenn das alles nichts nützt: Alfons Schuhbeck empfiehlt „A kloans Magendratzerl: Gröstl von Reherl und Breznknödel“.
Wobei die Kleinheit sicher im Auge, pardon, im Magen des Betrachters liegt, denn „a Mongdrazal“ ist – frei nach Obelix – jede Portion, „de kleana is ois wia a ganze Wuidsau“. Verraten Sie uns Ihr Lieblingsdrazal?

Fotos: ©Stihl024/ Thomas/ Lichtbild-Austria (2)/ Annerose/ Rainer-Sturm/ Holger-Hecklau (alle: pixelio.de)

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