#WelcomeGrooves – die ersten 2 Wochen

Zwei Wochen mit den fantastischen Fünfundsechzig 🙂

Die ersten zwei Wochen unseres Sprachlern-Projektes für Flüchtlinge sind herum und waren angefüllt mit intensiver Arbeit, Überlegungen, tollen Ideen und überwältigender Hilfsbereitschaft. Mittlerweile arbeiten wir mit 65 netten Menschen an den #WelcomeGrooves. Nicht eingerechnet all diejenigen, die im Hintergrund Informationen und Tipps beisteuern. Das sind in erster Linie Asylbewerber, die schon eine Strecke hier in Deutschland hinter sich haben und Menschen aus dem Ausland, die mittlerweile hier arbeiten und leben und wissen, was es heißt, als quasi Sprachloser hier einzutreffen und sich durchzukämpfen.

Tafel Deutschkurs

In diesen beiden Wochen ist aus einer Idee, die begeistert aufgenommen wurde, schon ein richtig rundes Ding geworden – was normalerweise Monate dauert haben hier alle mit Feuereifer vorangetrieben und Unmögliches möglich gemacht.

Wenn ich mir die bereits abgehakte To-do-Liste anschaue, kann ich es kaum glauben:
Gründung der Arbeitsgruppe, Anlegen von Listen für Fremdsprachen und Mitarbeit am Projekt, Diskussion der Inhalte, Recherche, Erstellen der Lektionen, Verfassen von Kulturtipps (ganz wichtig als Begleitung: „Wie lebt man hier in Deutschland“), Entwurf einer Pressemitteilung, Verteilerlisten für Presse und Hilfsorganisationen, Social-Media-Aktionen ausdenken, Entwurf eines Logos, Termine mit SprecherInnen und Tonstudio absprechen, Statistiken, Dokumentation des Projektes und und und …

Es gibt viel zu tun

Und wir machen es uns nicht einfach. Es gibt ausführliche Diskussionen über die textlichen Inhalte, Ringen um Wichtigkeiten. Viele aus unserer Gruppe sind ja bereits ehrenamtlich tätig und fragen bei ihren Schützlingen nach, um Informationen aus erster Hand zu bekommen. Was brauchen die Menschen wirklich, was wollen sie verstehen und sagen können? Darf man schwierige Themen ansprechen? Viele der Geflüchteten haben Schlimmes erlebt und leiden unter Traumata. Soll man das ausklammern oder bedeutet es nicht Zuwendung, sich dafür zu interessieren? Was ist mit Behördendeutsch, sollte das rein oder eher am Anfang nicht? Vielleicht Stoff für weitere Lektionen – an Ideen dazu mangelt es nicht.

Den psychologischen Aspekt finde ich sehr wichtig, denn wenn man sich die mit Musik unterlegten Lektionen zum Beispiel mit dem Kopfhörer anhört, befindet man sich ja in einer abgeschlossenen Situation. Schöne Musik und warme Stimmen können so eine angenehme Stimmung erzeugen. Eine gute Gelegenheit, um zeitgleich zum Deutschlernen auch ein paar positive Wünsche zur Gegenwart und Zukunft einzubringen.

Es geht weiter …

Die nächsten Schritte: Endlektorat der Lektionen – welche Musik wird die Lektionen begleiten? – für welches Logo entscheiden wir uns? – ÜbersetzerInnen suchen!

Übrigens: Eine erste Übersetzung der Kulturtipps ins Serbische ist schon fertig, hurra! Englisch ist in Arbeit. Wer nette Menschen kennt, die uns bei den Übersetzungen in die unten genannten Sprachen unterstützen könnte, bitte unbedingt melden unter welcome@thegrooves.de

Herzlichst
Eva Brandecker + das #WelcomeGrooves-Team

Sprachen, für die wir noch ÜbersetzerInnen suchen:

Dari + Urdu (Afghanistan, Pakistan), Tigrinisch (Eritrea), Kurmandschi (Jesiden, Kurden, auch Syrien, Iran, Armenien), Akan/Twi (Ghana), Bengalisch (Bangladesch), Hausa (West-Zentral-Afrika), Somali (Somalia), evtl. Bulgarisch + Rumänisch als Zwischensprache.

Sprachen gesucht

Bitte schickt uns eine Mail, falls ihr in eine dieser Sprachen übersetzen könnt an welcome@thegrooves.de. Es gibt eine deutsche Vorlage, den gleichen Text aber auch auf Englisch und Französisch! Bei den Texten handelt es sich um 1 Seite „Kulturtipps“ und ca. 4 bis 5 Lektionen mit sehr einfachen Sätzen. Autoren und Übersetzer werden natürlich auf Wunsch genannt. Die Mitarbeit an diesem Projekt ist ehrenamtlich. Danke für eure Unterstützung 😀

Kommentare 5

  • Hallo,
    ich wurde über Facebook auf Euer Projekt aufmerksam. Ich könnte Euch mit der Übersetzung ins Rumänische unterstützen.
    Ich bin in Rumänien (Siebenbürgen) geboren und habe 25 Jahre dort gelebt. 1985 bin ich nach Deutschland ausgereist und seit Juni 2014 lebe ich in Peru.
    Bitte meldet Euch bei Bedarf.
    Herzliche Grüße
    Olga

    • Liebe Olga, das ist ja wohl sensationell, dass wir hier sogar Unterstützung aus Peru bekommen und dann noch für Rumänisch ;)) Großartig! Ich werde die gerne morgen etwas zumailen, was schon zu übersetzen ist. Danke sehr und ganz herzlichen Gruß nach Südamerika! Eva Brandecker + das #welcomegrooves-Team

  • […] Über Initiativen und Möglichkeiten, Flüchtenden hier vor Ort in Bonn zu helfen hat Johannes drüben bei Bundesstadt.com geschrieben. Derweil sucht der Verlag »The Grooves« noch Übersetzerinnen und Übersetzer für sein ehrenamtliches Sprachlern-Projekt für Flüchtende. Weitere Informationen dazu finden sich unter diesem Link. […]

  • Hallo zusammen,

    ich bin über Facebook auf Euer Projekt aufmerksam geworde und könnte Euch mit der Übersetzung in die russische und sogar in die Armenische Sprachen unterstützen.
    Ich bin in Armenien geboren und habe 17 Jahre dort gelebt. Und dann nach Deutschland umgezogen.
    Ich spreche ausgezeichten russisch, in armenisch habe ich meine Hochschule absolviert. Ausbildung habe ich dann in deutsch gemacht….
    Ich helfe euch gerne, wo ich kann.
    Beste Grüße

    • Hallo, liebe/lieber (?) Gerappa, vielen Dank für dein Angebot. Die armenische Sprache hatten wir jetzt tatsächlich noch gar nicht auf unserer Liste, wäre aber mit Sicherheit auch relevant für die Zuflucht suchenden, nicht wahr? Ein interessantes Land mit sehr bewegter Geschichte und vielen großartigen Persönlichkeiten (habe grad mal etwas auf Wikipedia geschnuppert;)). Ich sende dir eine E-mail! Mit herzlichen Grüßen – Eva Brandecker + das #welcomegrooves-Team

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