10. Dezember – Dari

Ich lerne Dari. Dabei lernt man ganz erstaunliche Dinge. Zum Beispiel, dass „Dari“, so wie wir es immer aussprechen (daaaahrie), „du gibst“ heißt. Die Sprache heißt aber „Da‘rä“, mit Betonung und kurzem „e“ hinten.

Gestern hat Moh beschlossen, dass wir die elf Arten von Nomen kennenlernen sollten. Es gibt da irgendwie unterschiedliche Endungen, naja, egal, das verstehen wir dann schon, erst mal zuhören hier.

Wir fangen mit den „personal nouns“ an – ja, unser Unterricht ist größtenteils auf Englisch, Moh lernt dabei aber ganz nebenbei die wichtigsten deutschen Wörter wie „egal“, „ach, lass“, „später“, „ach so“, denn wir zwei Schülerinnen diskutieren immer eifrig über das, was wir gerade erklärt bekommen. Moh ergänzt das gern noch mit „ganz einfach“.

Die „persönlichen Nomen“ also: da haben wir Namen (Gesa, Moh), aber auch Tierbezeichnungen wie Elefant. Kommen wir zu den „public nouns“, öffentliche Nomen, soso, was soll das denn nun wieder? Hier finden wir allgemeine Bezeichnungen wie „Tier“. Weiter zu den Essenznomen. Den was? Naja, egal, später. Ihr versteht dann schon. Hier haben wir zum Beispiel Gott, Glas, Stift, Milch.

Gott  –  Glas  –  Stift  –  Milch

Wir diskutieren und sinnieren, aber es ist uns schlichtweg nicht möglich, eine gemeinsame Basis für Gott, Glas, Stift und Milch zu finden.

dari-lernen

Die nächsten Gruppen sind leichter zu verstehen, obwohl ich darüber diskutiere, ob ich einen Stift, wenn ich ihn als Hammer verwende, auch aus der Essenzgruppe in die Instrumentegruppe verschieben kann. Nein, das geht nicht, heißt es. Schade eigentlich.
Ein Stift sei im Übrigen ja ein öffentliches Nomen. Genau wie ein Glas.
Maria und ich sehen uns an und überlegen, ob wir weinend zusammenbrechen sollten.
Bis wir es verstehen. Es ist „Glas“ als Material gemeint und die Tinte vom Stift. Nicht zählbare Nomen also. Aaaaaaah. Ach so! Ganz einfach!

Weiter im Text.
Was heißt eigentlich Kindergarten? Kinder, halt, das hatten wir neulich, die heißen: فرزند  –  far’zand

Nein, nein, nicht farzand, damit sind nur bestimmte Kinder gemeint. Die, die man kennt und die zu jemandem gehören. „Public children“ (öffentliche Kinder) heißen: کودک  –  ko’dak

Und „Kindergarten“ heißt dementsprechend: کودکستان  –  Kodakestan

–stan ist die Endung für Land und so. Es heißt ja auch Afghanistan, Tadschikistan, Kasachstan usw.
Hätte man drauf kommen können. Kinderland.

Gesa Füßle


Danke für diesen amüsanten Bericht Gesa, ich kann mir das lebhaft vorstellen, wie ihr da herum diskutiert o;) Toll, dass du Dari lernst, ich bin schon gespannt darauf, es einmal von dir live zu hören!


In der heutigen Verlosung  gibt es den Audiokurs „Arabisch lernen mit The Grooves – Groovy-Basics“ in der Downloadversion zu gewinnen, denn Dari gibt es ja noch nicht. Durch einen Kommentar hier unter dem Beitrag nehmt ihr an der Verlosung teil – vielleicht habt ihr ja auch etwas interessantes aus eurer Sprachlernpraxis zu berichten …

Am 24. Dezember starten wir mit der Verlosung und ihr bekommt noch am selben Tag einen Downloadlink per Mail. Viel Erfolg!


Über welcomegrooves: Im Sommer 2015 entstanden in einer ehrenamtlichen Gemeinschaftsproduktion 6 Lektionen „Deutsch lernen mit Musik“ für Flüchtlinge. Mit diesen welcomegrooves wollen wir die Menschen, die zu uns kommen, freundlich willkommen heißen und ihnen helfen, sich mit der deutschen Sprache vertraut zu machen. Bitte unterstützt sie dabei. 😀 Danke!
Zur Farsi/Dari Übersetzung der welcomegrooves-Lektionen >>
An der Farsi Übersetzung haben Christiane Amini, Moh und noch einige andere mitgewirkt. Ihr könnt es auch für Dari verwenden, denn geschrieben wird es ziemlich ähnlich.

Wir freuen uns über eure Kommentare!
Eva Brandecker + das welcomegrooves-Team


Teilnahmebedingungen:
An der Verlosung darf jeder teilnehmen, der das 18. Lebensjahr vollendet hat.
Die Teilnahme erfolgt durch einen Kommentar unter dem jeweiligen Beitrag.
Wir behalten uns vor Spam-Kommentare und Kommentare mit unangemessenen Inhalten zu löschen. Die Beurteilung obliegt dem Seitenbetreiber.
Die Adventskalender-Aktion beginnt am 01.12.2015 und endet am 24.12.2015 um 10 Uhr.
Die Gewinne sind nicht übertragbar und nicht in bar auszahlbar.
Die Gewinner werden vom Brandecker Media Verlag per Los, also nach dem Zufallsprinzip ermittelt.
Die Gewinne werden den Gewinnern nach Abschluss der Aktion per Post zugesandt oder bei einem Downloadgewinn per E-Mail übermittelt.
Wir freuen uns über Mehrfachteilnahme am selben Tag und über das Teilen des Gewinnspiels, dies hat aber keinen Einfluss auf die Gewinnchance. Es ist auch nicht Voraussetzung für die Teilnahme an der Verlosung.
Mit der Teilnahme an der Aktion erklären Sie sich mit den o.g. Bedingungen einverstanden.

Kommentare 5

  • Außer teshekkor, wie immer das geschrieben wird, kann ich immer noch kein Dari/Farsi, aber ich habe Sonntag wieder Ausdrucke der welcomegrooves in dieser Richtung verteilt. 😀

    Arabisch auch, da hatte ich gestern wieder welche mit, als ich in Letmathe mit dem Pfarrer unterwegs war. Die Leute freuen sich immer sehr! In dem Sinne: Teshekkor für die Welcomegrooves!

    Liebe Grüße

    Brigitte

  • Sehr tolle und unterhaltsame Geschichte!

    Den Arabisch Kurs würde ich gerne gewinnen, weil ich dann vielleicht etwas leichter mit unseren Eltern in der Kita kommunizieren könnte.

    Lg Anni

  • Ich frage mich gerade, wie schwierig es ist, die Schrift dieser Sprache zu lernen. Sieht ja auf den ersten Blick sehr malerisch aus, aber auch ziemlich knifflig im Vergleich zu unserem simplen lateinischen Alphabet.

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