13. Dezember – Griechisch

Kala Christougenna! – Frohe Weihnacht!

(Sprich – jeweils mit Betonung auf dem durch Akzent markierten Buchstaben: Kalá Christújenna!)


Weihnachtszeit in Griechenland

Dodekaimero nennt man die festliche Zeit zwischen dem 1. Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember und dem Epiphanie-Fest am 6. Januar im Land der Hellenen. Das bedeutet Zwölftage – Tage voller Magie und traditionellem Brauchtum, geprägt vom griechisch orthodoxen Glauben.

Sie beginnt damit, dass die Kinder von Haus zu Haus ziehen, um anzuklopfen und zu fragen „Na ta pume?“ (Sollen wir sie vortragen?). Gemeint sind die kalanda genannten traditionellen Lieder für die Zwölftage. Als Belohnung für ihren Auftritt erwarten sich die Sänger eine Kleinigkeit wie Süßigkeiten oder ein paar Münzen. Die eigentliche Bescherung kommt erst später am Tag des Heiligen Vassilios.

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Beleuchtetes Schiff in Thessaloniki ©Flickr_Sphinx55

In unseren Tagen steht in manchen griechischen Familien sowie auf öffentlichen Plätzen ein Weihnachtsbaum. Wahrscheinlich wurde er in Griechenland zu der Zeit eingeführt, zu der hier der bayerische Prinz Otto geherrscht hatte, der ab 1832 König der damals neu entstandenen Monarchie war. Doch gibt es ältere und für ein Land, in dem die Seefahrt eine große Rolle spielt und in dem unzählige, teils uralte Olivenbäume stehen, mit mehr Sinn erfüllte Weihnachtssymbole. Eines davon ist das Schiff. Familien stellen zu Hause kleine Boote mit einem Licht darin auf, das während der Feiertage bis zum Epiphanie-Tag am 6. Januar brennt und Gemeinden dekorieren öffentliche Gebäude und Plätze mit lichtergeschmückten Schiffen. In manchen Gegenden wird, wie beispielsweise auf der Insel Lesbos, zum Fest ein Ölbaumzweig mit Orangen und vergoldeten Nüssen geschmückt.

Kobolde gehen um!
Stets sollte während der zwölf weihnachtlichen Tage ein Feuer im Haus brennen. Gern stellt man auch eine Wasserschüssel mit einem Basilikumzweig und einem Kreuz darin auf, aus der täglich gesprenkelt wird. Wozu das alles? Kalikantzari gehen um. So heißen die nachtaktiven, rotäugigen, behaarten, kleinen, boshaften Kobolde, die um diese Zeit ihren Schabernack treiben. Aber Feuer und dermaßen gesegnetes Wasser vermögen, sie zu bannen.

Zum Jahresausklang ziehen die Kinder abermals los und singen traditionelle Lieder. Und nun ist endlich auch die Zeit für die Bescherung. In Griechenland ist dafür der Heilige Vassilios oder Vasilis zuständig und dessen Festtag ist der 1. Januar. Sieht man in Griechenland Schokoladenfiguren oder Weihnachtsdekorationen, die dem Nikolaus, Weihnachtsmann oder Santa Claus zum Verwechseln ähnlich sehen, so stellen sie dort den Heiligen Vasilis dar. Denn Agios Nikolaos, wie der Heilige Nikolaus dort genannt wird, dessen Fest auch von den orthodoxen Christen am 6. Dezember gefeiert wird, gibt sich in Griechenland nicht mit Kinderbescherung und pädagogischen Ermahnungen ab. Er ist in der großen Seefahrernation vollauf damit beschäftigt, die Schiffe und Seeleute zu beschützen, deren Patron er ist. Also schlüpft er auch nicht ins rote Mäntelchen und setzt sich keine rote, pelzbesetzte Zipfelmütze auf. Das überlässt er dem Heiligen Vassilios.

Nicht nur Geschenke, sondern auch ein spezielles Gebäck hält man in Griechenland zu Neujahr bereit, die „Vassilopita“, den Neujahrs- oder Vassilis-Kuchen, in den eine Münze eingebacken wird. Schneidet man den Kuchen an, so weiht man das erste Stück Christus und/oder der Muttergottes, bevor die weiteren Stücke an Familie und Gäste verteilt werden. Wer die Münze in seinem Stück findet freut sich – nicht nur über das kleine Taschengeld, sondern vor allem weil sie als Glücksbringer gilt. „Chronia Polla!“ (Viele Jahre!) wünscht man sich zu Neujahr.

Wer die festliche Zeit zu einem glorreichen Abschluss bringen will, darf weder zimperlich noch wasserscheu sein! Denn am 6. Januar, den die orthodoxe Kirche als Tag der Erscheinung des Herrn feiert und Epifania (Epiphanie), Theofania oder Fota nennt, ist ein Sprung ins (auch in Griechenland um diese Jahreszeit recht kalte) Wasser angesagt. Ein orthodoxer Priester vollzieht die Wasserweihe und wirft im Rahmen der Zeremonie ein Kreuz in ein Gewässer. Das kann ein Fluss, ein See oder das Meer sein. An den jungen Burschen der Gemeinde ist es, hineinzuspringen, um das Kreuz zu bergen. Wer es als erster erreicht und zurückbringt, dem gebühren Respekt und Bewunderung der Zuschauer und eine ordentliche Portion Glück das ganze Jahr hindurch.

Heidi Jovanovic


Das sind ja ganz wunderbare Bräuche, liebe Frau Jovanovic. Herzlichen Dank für den spannenden Gastbeitrag zu unserem Adventskalender! Auf Ihrer Seite über Griechenland habe ich noch so viele andere interessante Dinge entdeckt, das lohnt sich wirklich dort zu stöbern!


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